Konstruktive _Kritik

Konstruktive  Kritik

Der klassische Hobbyfotograf will nicht hören was er besser oder anders hätte machen können. Er will hören, dass er tolle Bilder macht. Genau so wie er nicht lernen will, sein Werkzeug zu beherrschen, sonder er will ein paar Tricks verraten bekommen um über den Weg einer Abkürzung »Super Bilder« zu schießen. Das Hobby soll einfach nur wahnsinnig geil sein und ihm Mega Spaß machen. Kritik kann er sich vorstellen, ja – aber sie muss (!) konstruktiv sein.
Eine Erwartungshaltung in konstruktive Kritik ist nach meiner Auffassung aber ungerechtfertigt, weil es eine konstruktive Kritik nicht gibt. Zumindest kenne ich keine Kriterien für diesen Begriff – denn(!) mit dem: »Ich wünsche mir Kritik, aber sie muss konstruktiv sein« wird vom Wunsch-Kritisierten bereits eine Vorzensur signalisiert. Er selber stellt die Regeln dafür auf und prüft zugleich, ob die Kritik an ihm zulässig ist. Kritik kann es aber immer nur an etwas Bekanntem oder Vorausgesetztem geben – so bleibt es eigentlich immer einem selber überlassen zu vergleichen, ob es das geworden ist was es hätte werden sollen.
Ich habe beobachtet, dass man die Beurteilung seiner Arbeit nicht auslagern oder delegieren kann. Lernen kann ich ganz gut, wenn ich das geplante Ergebnis meiner Arbeit mit dem erzielten Produkt so ehrlich wie möglich vergleiche, die Abweichungen analysiere und zu beheben versuche. Was einer Selbstkritik gleichkommen und im Kern tatsächlich eine konstruktive Kritik sein kann.