Ernsthafte_Fotografie

Ernsthafte Fotografie

Eine »Bewusste und Ernsthafte« Auseinandersetzung mit der Fotografie beginnt erst, wenn man merkt, dass man der Sonnenuntergangs-Hypnose widersteht, der Psycho-Therapeut den chronischen Marienkäfer-Voyeurismus erfolgreich aufgelöst hat, man seinen neuen Fotoapparat benutzt und ihn nicht mit dem Smartphone abfotografiert, sich in der Selbsthilfegruppe der Belichtungs-Legastheniker fremd fühlt, nach jedem Fotoausflug selber erkennt, wie schlecht die meisten Bilder geworden sind, sie daraufhin löscht und auch weiß, warum man es tut. So schaut’s aus!
Sich darauf zu berufen, dass einem die Freude am Tun gleichermaßen der Weg und das Ziel ist, läßt jeden Dilettanten zum Fachlaien mit Inkompetenzkompensationskompetenz heranreifen.


 

Fotografische_Bildsprache

Fotografische Bildsprache

Leider besteht zwischen dem Erkennen und dem Herstellen von Bildern nicht die gleiche Symmetrie, wie zwischen dem Verstehen und dem Bilden von Sätzen, was für die Annahme spricht, dass die Bildkomposition sich von der Sprachkompetenz unterscheidet und dass Bilder keine Sprache bilden. [Arthur C. Dantur, Die Philosophische Entmündigung der Kunst.]

Oft hört oder liest man, dass ein Foto mehr als Tausend Worte sagt! Dass es mehr als tausend Worte trügt, schon seltener. Es ist ein weit verbreiteter aber übersüßter Romantizismus, dem zufolge Fotos sprechen können. Ich sage, sie können es nicht! Fotos sind allerdings Geschmacksträger und wecken beim Betrachter Assoziationen – das kann passieren – das muss jeder mit sich selber ins Reine bringen.
Ein Fotograf vermittelt den subjektiven Eindruck (s)einer Wirklichkeit immer manipulativ über den bildhaften Ausschnitt einer von ihm vorsätzlich begrenzten Welt und verleiht so dem Bild – als Medium der Kommunikation – seine Stimme.
Weil Fotos oft als Kommunikationsmedium eingesetzt werden, und »kommunizieren« auch was mit Sprache zu tun hat, ist wohl der Begriff »Bildsprache« entstanden. Eine Sprache braucht aber einen Wortschatz(!) – wie groß nun der Wortschatz eines Bildes oder eines Fotos ist, bleibt hypothetisch – ich meine er ist gleich Null !


Artenvielfalt_Amateurfotografen

Artenvielfalt der Amateurfotografen

Die einen verwenden ihren Fotoapparat wie eine Botanisierdose, haben oft Hundert neue Bilder auf der Speicherkarte und finden es schade, auch nur eines davon zu löschen. Sie schlichten ihre Dateien auf eine externe Festplatte, nennen ihren Ausflug Fotowalk und das Ergebnis nennen sie Sammlung.
Es sind dies die Sammler!
Andere verwenden ihren Fotoapparat wie eine Fliegenklatsche! Volle drauf! Patsch! Ja! Erwischt! Sie betrachten den Plattschuss danach sofort auf dem Display, nennen den Spaßkracher Shooting und das Ergebnis nennen sie Pic.
Es sind dies die Jäger!
Einige sehen schon im Sucher das fertige Bild und rücken nicht bloß den mittleren Fokuspunkt auf das Objekt der Begierde. Sie wissen, dass zoomen eine Notlösung ist und verändern den Aufnahmestandpunkt. Sie gestalten das Bild vor dem Auslösen und legen nicht danach einen Beschnitt-Spagat hin. Sie berücksichtigen notwendige Bearbeitungsschritte schon bei der Aufnahme. Sie wissen was sie machen können und überlegen was sie tun sollen. Sie nennen ihr Bemühen Fotografieren und das Ergebnis nennen sie Bild.
Es sind dies die Bildermacher!