Das Spiel

Das Spiel

Dass das Fotografieren ein so beliebtes Hobby geworden ist, beruht wohl auch auf seinen vielfältigen Möglichkeiten, seinem Spieltrieb zu folgen und das sowohl beim Fotografieren selber, als auch in der kreativen Nachbearbeitung.
Vom Spiel mit den Einstellrädern, den Bedienungsknöpfen, der Verschlusszeit, dem Schärfeverlauf, der Schärfentiefe und generell mit der Unschärfe einmal abgesehen, läßt der Fotoapparat als Spielkasten nichts anbrennen.
Beliebt ist das Spiel mit Licht und Schatten in Opposition zum Spiel mit Kontrast und Harmonie. Gespielt wird ebenso mit Dissonanzen zwischen Farbton, Farbwert und Sättigungsgrad. Strukturen und Zeichnung in den Schatten, oder noch erkennbare Details in den Lichtern bringen Extrapunkte im Spielepass und sind die ultimative Challenge im Spiel um das Wie. Das Was interessiert nicht wirklich.
Stellt man hingegen das Was über das Wie, wird aus dem Spiel Ernst. Was dann noch übrig bleibt, ist das Spiel mit dem Betrachter.


Konstruktive _Kritik

Konstruktive  Kritik

Der klassische Hobbyfotograf will nicht hören was er besser oder anders hätte machen können. Er will hören, dass er tolle Bilder macht. Genau so wie er nicht lernen will, sein Werkzeug zu beherrschen, sonder er will ein paar Tricks verraten bekommen um über den Weg einer Abkürzung »Super Bilder« zu schießen. Das Hobby soll einfach nur wahnsinnig geil sein und ihm Mega Spaß machen. Kritik kann er sich vorstellen, ja – aber sie muss (!) konstruktiv sein.
Eine Erwartungshaltung in konstruktive Kritik ist nach meiner Auffassung aber ungerechtfertigt, weil es eine konstruktive Kritik nicht gibt. Zumindest kenne ich keine Kriterien für diesen Begriff – denn(!) mit dem: »Ich wünsche mir Kritik, aber sie muss konstruktiv sein« wird vom Wunsch-Kritisierten bereits eine Vorzensur signalisiert. Er selber stellt die Regeln dafür auf und prüft zugleich, ob die Kritik an ihm zulässig ist. Kritik kann es aber immer nur an etwas Bekanntem oder Vorausgesetztem geben – so bleibt es eigentlich immer einem selber überlassen zu vergleichen, ob es das geworden ist was es hätte werden sollen.
Ich habe beobachtet, dass man die Beurteilung seiner Arbeit nicht auslagern oder delegieren kann. Lernen kann ich ganz gut, wenn ich das geplante Ergebnis meiner Arbeit mit dem erzielten Produkt so ehrlich wie möglich vergleiche, die Abweichungen analysiere und zu beheben versuche. Was einer Selbstkritik gleichkommen und im Kern tatsächlich eine konstruktive Kritik sein kann.


Hobby_Knipser

Der Hobby Knipser

Ernsthafte Amateurfotografen benutzen den Fotoapparat als Werkzeug und sind mit Heimwerkern vergleichbar. Die Leistung die sie zuwege bringen, ist der von Professionisten oft mehr als ebenbürtig.
Dann sind da noch die Hobby-Knipser, sie sind die Spaß-Bastler unter den Heimwerkern. Ob es sich dabei um Kampfknipser handelt die nichts anbrennen lassen, oder um Frivolknipser, die sich auf Dessous-Workshops tummeln, ist unerheblich. Die meisten von ihnen fotografieren nicht sondern sie „shooten“ was Hunderte vor ihnen schon talentierter fotografiert haben und haben trotzdem bei jedem Shooting wahnsinnigen Spaß, was das Wichtigste für sie ist.
Sie haben das ganze Programm im Fokus! Sie shooten Sonnen Auf- und Untergänge, rotziger Kinder, verhärmte Schwiegermütter, Haustieren aller Art, Beliebiges aus Wald und Flur, spaßschwangere Freizeitstunden, missratene Marmorkuchen, Spontanmodels, Blümchen, Käferchen und Ähnliches an Gelegenheitsmotiven, mit der Qualität und dem Liebreiz einer gerammelt vollen Bestecklade. Sie sind die Abfotografierer. Sie sind in der Mehrheit. Sie werden immer mehr. Sie werden es weiterhin tun. Immer fort.