Der_Provokateur

Der Provokateur

Sich eine Meinung zu bilden und diese zu vertreten, und nicht mit dem opportunistischen Wind zu segeln den andere machen, auch nicht zu versuchen sein Unvermögen, sich einer inhaltlichen Position gegenüber eindeutig auf ein Ja oder Nein einzulassen als Toleranz zu verkaufen, ist eine wesentliche Verantwortung des Künstlers. Das macht Vereinzelte unbequem.
Nicht unbequem, sondern unerträglich empfinde ich Menschen, die sich mit einer bloßen Provokation den Deckmantel der Kunst überstreifen, um so dem Betrachter wie durch ein Kondom geschützt, risikofrei und meinungsverhütet gegenüber zu treten.
Eine bewusst gesetzte Provokation verfolgt kein realistisches Ziel, sowie die Radikalität des Provokateurs nicht auf eine Diskussion zielt, sondern auf Fassungs- und Sprachlosigkeit. Oft ist der Provokateur bloß ein kleinbürgerlicher Geist, ein verklemmter Wicht, und die Betroffenheit Anderer nur ein willkommenes Vehikel, sich kutschieren zu lassen.
Und es gibt keinen Provokateur, der sich hinstellt und einen ausgewachsenen Bullterrier provoziert.


Der_Plagiator

Der Plagiator

Es gibt Menschen ohne Talent und Schaffenskraft, die ihr Kreativ-Potential einfach auf den Standpunkt reduzieren: »Das ist eine gute Idee! Das werde ich auch ausprobieren« und sich dabei auf die mangelhafte Verhütung einer ungewollten Kreativ-Schwangerschaft ausreden. Oder es als eine unbefleckt inspirierte Empfängnis zelebrieren. Aber es ist bloß der blutleere Schatten der eingebildeten Schaffenskraft! Das Überlebens-Scheitern der Plagiatoren!


Auge_des_Betrachters

Das Auge des Betrachters

Liegt dem Betrachter anstelle eines Apfels eine Kartoffel vor, ist fest zu halten, dass ein Apfel etwas anderes ist als eine Kartoffel. Niemals ist ein Kartoffel bloß ein anderer Apfel, sondern kein Apfel.
Erkennt man im Falle einer erweiterten Wahrnehmung, dass neben einer Kartoffel kein Apfel liegt, was ebenfalls eine anderer Tatbestand ist, als würde neben einem Apfel keine Kartoffel liegen, liegt auch dem Betrachter im Hinblick auf einen erwarteten Apfel, oder eine Kartoffel „Nichts“ vor.
Was ich sagen will – im Auge des Betrachters liegt nichts, und Kunst schon gar nicht!